Auf der Suche nach der Formlosigkeit in einer Zeit der zwanghaften Formsucht, im Versuch meiner Versöhnung zwischen Kultur und Natur entstand RACINES.

Die Tradition des Sculpteur’s seiner Überlegenheit gegenüber der Vergänglichkeit der Natur durch in Stein gehauene Manifeste Ausdruck zu verleihen, stand für mich in krassem Widerspruch zu den Sehnsüchten des Menschen, sich wieder als Teil des ewig Zyklischen der Natur erleben zu dürfen.

In der Beschäftigung mit diesem Thema erfuhr ich die fragile Sensibilität, beharrliche Vergänglichkeit und transparente Verletzlichkeit alles Natürlichen – ich erfuhr die Urängste des Menschen, denen er mit zivilisatorischen Mitteln beizukommen suchte, welche ihn vorgeblich über die Natur stellen, wenngleich diese letztendlich

doch obsiegt.

Der Blick des Betrachters, durch die transparente Zerbrechlichkeit des Glases auf die chaotische Eigenwilligkeit der Wurzeln gelenkt, erweckt in ihm die Erinnerung an die Sehnsucht nach Unschuld.

Wachstum und Vergänglichkeit, beides Qualitäten der Langsamkeit werden durch die Wurzeln nicht metaphorisch sondern tatsächlich sichtbar gemacht. Tatsächlichkeit statt Metaphorik als Verbeugung vor der ursprünglichen Creativität der Natur.

Nicht die Sculptur an sich steht im Mittelpunkt. Vielmehr dienen die Glasbehälter als Reagenzgläser, die einerseits den Wurzeln Raum für Wachstum bieten und andererseits dem Beobachter erlauben seine kuriose Neugier zu befriedigen.

Ich als Künstler bin nur Initiator der Sculpturen, eine Art Mentor, der sie nach der ersten Prägung ihrem eigenen Schicksal überlässt.

09.03.2018